Was ich gerade lese: Rasha Khayat

Elina - Freitag, 15. April 2016

Meine Güte, dieses Buch. Frau Khayat, wie kann es dir einfallen, ein viel zu kurzes Buch zu schreiben? Eines, dass man über Stunden und Tage und Wochen hätte weiterlesen können? Aber auf einmal war es vorbei, und es ist alles so gekommen, wie es kam. Und es war gut so. So gut.

Es gibt nicht genügend Bücher wie „Weil wir längst woanders sind“. Über Menschen. Nicht über Kulturen. Über Menschen mit anderen, unterschiedlichen, halb-halben und verworrenen Kulturen. Nicht über ein anderes Land, wo dann gesagt wird, so ist das, und das ist auch alles ganz lustig, und eigentlich überhaupt nicht schlimm, so wie ihr das alle denkt.

Sondern dass es auch schlimm sein kann, dass aber vielleicht manche der Menschen, die eine „abweichende“ Geschichte haben, das hier als schlimm empfundene nicht schlimm finden. Und dafür andere Sachen schlimm finden. Dass man vermissen kann wonach man sucht. Dass man sich immer und immer wieder verloren fühlt, auf der Suche, rastlos, weil man nicht weiß, was einem gehört, und was man für sich claimen darf. Mehr erzähl ich nicht.

Ich habe mich in Sätzen verlieren können und genickt, und zugestimmt und bewundert. Eigentlich merkt man immer erst wie wichtig diese Bücher sind, wenn man sie liest und sich wundert, warum es nicht mehr davon gibt.

Wann kommt das nächste?

Ich werde Rasha Khayat diesen Sommer treffen. Freut euch auf das Interview. Bis dahin lest dieses Buch oder hört dieser bezaubernden Stimme zu.

Schlagwörter: Deutsche Literatur, Migrationshintergrund
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