Ein Leben ohne die Pille

Svenja - Mittwoch, 21. Juni 2017

Es scheint so etwas wie ein Trend zu sein, oder es ist nur mein Umfeld, aber zahlreiche Frauen in meiner Umgebung setzen die Pille ab. Dahinter steht nicht unbedingt der Kinderwunsch. Sei es die Überlegung, den Körper nicht mehr mit Hormonen zu überfrachten oder das Risiko für Thrombose zu reduzieren, Gründe gibt es viele und vor allem unterschiedliche. Ich habe sie vor 1,5 Jahren abgesetzt und würde sagen, dass sich nun alles eingependelt hat.

Wir haben Nachfragen unserer Leser bekommen, was unsere Erfahrungen mit dem Absetzen der Pille sind. Diese möchte ich gerne teilen und wir freuen uns auch, von euren Erlebnissen zu hören. Die Schönen wie auch die weniger Schönen.

Negative Nebeneffekte ohne Pille

1. Unreine Haut

Jede Frau hätte gern diesen elfenhaften Teint, absolut makellos und schön. Davon konnte ich mich erst einmal verabschieden: Bei mir wurde die Haut fettiger und die Neigung zu Unreinheiten nahm zu. Ich habe in der Zeit angefangen auf Naturkosmetik umzusteigen und spezielle Pflege für Mischhaut zu verwenden und habe es damit ganz gut in den Griff gekriegt. Auch ein paar Besuche bei einer Kosmetikerin habe ich mir gegönnt, die unterm Strich eine Menge gebracht haben. Allein die zahlreichen Tipps waren es wert.

2. Krämpfe aus dem Vorhof der Hölle

Wie ungern blicke ich auf die Teenagertage zurück: Ein wimmerndes Bündel in Embryonalhaltung mit Wärmflasche und gewaltig schlechter Laune. Japp, stellt euch auf ein Flashback ein. Ich hatte ja schon von meinen Krämpfen berichtet: Es ist qualvoll und mit mir ist ein bis zwei Tage nichts anzufangen. Her mit der Schokolade, raus aus meinem Blickfeld und mich alleine leiden lassen. Wenn ich zur einer Charmoffensive à la Ursula (die Fiese aus Arielle) werde, hilft nur eins: sich in Sicherheit zu bringen.

3. Unregelmäßige Menstruation

Die Umstellung von hormongesteuert auf natürlich klappt in manchen Fällen reibungslos, bei den meisten aber nicht ohne ein paar Holprigkeiten. Bei mir dauerte es gut 4 Monate, bis die Menstruation wieder einen regelmäßigen Zyklus hatte. Da hilft nur immer OB's oder eine Menstruationstasse dabei zu haben für den Fall der Fälle.

4. Menstruation verschieben nicht möglich

Klar, ein No-Brainer: Urlaub planen und die Periode hin- und herschieben geht nicht mehr. Stattdessen kommt es, wie es kommen muss. Das ist nicht immer gut, erst recht, wenn man auch mal fernab des Komforts reist. Man kann sich mit allem arrangieren, irgendwie, aber ganz so entspannt die Periode ausfallen lassen geht nun nicht mehr.

5. PMS

Die böse Buchstaben-Trilogie verheißt nichts gutes: Stimmungsschwankungen galore. Man kann noch so sehr versuchen sich zu kontrollieren, die Hormone haben doch wieder was anderes vor. Man kann nur auf der Verständnis der Mitmenschen hoffen oder sich vollkommen zurückziehen, denn ein sozialtauglicher Mensch bin ich mit PMS definitiv nicht. Da hilft nur zu wissen, wo die Laune herkommt (zum Beispiel mit einem Menstruationkalender) und mit sich selbst nachsichtig sein.

Positive Effekte Dank pillenfreiem Leben

1. Weg von den Hormonen

Ich wollte einfach weg von den Hormonen und nicht mehr in meinem Zyklus rumpfuschen. Irgendwie habe ich mich einfach nicht mehr wohl damit gefühlt (zumal ich die Pille eh dauernd vergessen habe). Rein für den Kopf geht es mir also sehr gut mit der Entscheidung.

2. Gewichtsverlust

Auch wenn ich nie Gewichtsprobleme hatte, habe ich dennoch ein paar Kilo verloren. Ich nehme an, dass ich die Wassereinlagerungen, die die Pille bei manchen mit sich bringt, losgeworden bin. Auch die auffälligen Tränensäcke bzw. Schatten unter den Augen sind weniger geworden. Yay!

3. Ausgeglichenheit

Insgesamt fühle ich mich weniger "on edge", also ausgeglichener. Das ist natürlich eine subjektive Einschätzung, aber darum geht es bei einem Erfahrungsbericht ja auch.

4. Weniger Kopfschmerzen

Ich habe früher oft unter migräneartigen Kopfschmerzen und Spannungskopfschmerzen gelitten. Gerade, wenn es besonders sonnig war, plagten mich die Schmerzen und die Übelkeit. Seit ich die Pille abgesetzt habe, sind diese Kopfschmerzen nicht mehr aufgetreten.

Gib dir Zeit

Bei mir hat es eine Weile gedauert, die Symptome tatsächlich mit dem Absetzen der Pille in Verbindung zu bringen, wie zum Beispiel die unreine Haut und PMS. Da hat mir die App "Clue" geholfen, ein paar Dinge in die richtige Perspektive zu rücken. Wenn ich einen Tag besonders weinerlich war und ich es mir nicht erklären konnte, zeigte mir die App, dass ich wieder auf die schöne Zeit des Monats zusteuere. Es hilft einfach zu wissen, dass man gerade keinen Knall hat, sondern die blöden Hormone daran Schuld sind.

Ich habe ein paar Tipps zusammengestellt, wie das Absetzen der Pille in wenig angenehmer wird:

Und jetzt seid ihr dran: Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Welche Tipps würdet ihr noch geben?

Schlagwörter: Frauengesundheit, Pille, PMS, Verhütung
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