Buchempfehlungen für den Sommer in einem Satz

Elina - Dienstag, 11. Juli 2017

Ich lese zu viel und habe keine Zeit zu schreiben. Hier ein Überblick der letzten Wochen und meine Meinung zu den Büchern in einem Satz.

Shumona Sinha: Erschlagt die Armen!

Mitunter anstrengende aber nicht aufhören wollende Perfektion von Wortgewalt und Ausdruck.

Die Antragsteller, Buddhisten und Moslems und Hindus, lebhaft oder bescheiden oder rachedurstig, die Asylsuchenden, die sich als Aktivisten verschiedener Parteien ausgaben, die immer gleichen Erzählungen und Körper vermischen sich in meinem Kopf, ihre Umrisse und ihre Gestalt verschwammen, verdichteten sich zu einem dunklen, unförmigen Klumpen riesenhafter Körper, der grollte, schrie, forderte, weinte und Ansprüche stellte.

Ada Dorian: Betrunkene Bäume

Gut, dass ich nach Seite 20 weitergelesen habe, denn es wird erst besser und dann richtig gut.

Doch wie soll man vergessen, wo die eigenen Füße zum ersten Mal den Boden berührt haben.

Miriam Toews: Ein komplizierter Akt der Liebe

So langsam wie der mennonitische Fortschritt und so klug wie eine abgebrühte, verwirrte und weise Teenagerin mitten im Nichts nur sein kann.

I had wanted to laugh and drink, only not with hordes of liberated Mennonite children, but I nodded anyway and said okay.

Felix Lobrecht: Sonne und Beton

Neuköllner TKKG mit einer Mission (Mischän), die ab und zu böse Wörter sagen und aufs Maul kriegen aber gute Jungs sind.

Mann, hör auf mit diesem Marco-Gangstergequatsche, ey. Ich kann's nicht mehr hören. Ich bin selber hier aufgewachsen, ich weiß, was hier los ist. Diese ganze Bushido-'Ey, isch stech dich ab' und 'Motherfucker'-Scheiße immer...

Abbas Khider: Ohrfeige

Wenn man das als weißer deutscher Bildungsbürger gelesen hat, weiß man ganz genau wie das mit diesen Flüchtlingen so ist.

Okay, mein Freund. Was soll ich dir noch sagen? Ich weiß es nicht. Unser Leben in Deutschland endet jetzt, genau hier, obwohl es nie wirklich angefangen hat. Es ist unser Schicksal und daran können wir nichts ändern.

Riad Sattouf: Esthers Tagebücher. Mein Leben als Zehnjährige

Das mit Abstand Beste, Beruhigendste, Schönste und Klügste, was man im Moment (und danach immer wieder) über das Leben lesen kann.

Jonathan Safran Foer: Hier bin ich

Wenn man nach Seite 50 nicht mehr weiterlesen möchte, dann sollte man es auch lassen, denn all die ausgehobenen Gruben werden weder beendet noch erklärt und das #mimimi bzw. #wähwähwäh eines unfähigen Mannes Mitte 40 kann man sich auch beim nächsten Bürgerbürobesuch reinziehen.

They considered whether a rug would hold its value, knew which of everything was best (Miele vacuum, Vitamix blender, Misono knives, Farrow and Ball paint), consumed Freudian amounts of Sushi, and worked harder so they could pay the very best people to care for their children while they worked. They had another child.

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