Menstruationstasse: Eine kleine Revolution

Svenja - Sonntag, 16. Juli 2017

Oh the joy of being a woman. Meistens stimmt das ja auch, aber alle vier Wochen möchte man ja eher die Wand hochgehen… oder einfach als Bettvorlieger liegen bleiben. Der Grund: Die Tage, die rote Welle, Tante Rosa zu Besuch, die rote Gefahr, Erdbeerwoche oder wie auch immer man es nennen mag. Die Menstruation hat so viele Namen. Schöner macht sie das aber auch nicht.

Schon als Teenager hatte man sich der Frage zu stellen: Binden oder OB’s? Wer auch nur ein wenig aktiv war, landete bei Tampons. Die Warnhinweise zum Toxischen Schocksyndrom nimmt man zwar zu Kenntnis, aber ganz ehrlich, wirklich viel Beachtung habe ich dem nie geschenkt. Das war halt einfach der kleine Zusatzflyer in der Verpackung, aber hmpf, konnte ich nichts mit anfangen. Bevor man aber das Windelgefühl in Kauf nimmt, was ja besonders im Hochsommer Spaß macht, sind OB’s alternativlos gewesen.

Dann habe ich einen Artikel über ein Model gelesen, die ihr Bein an das Toxische Schocksyndrom verlor. Irgendwie hallte dieser Artikel lange nach und ich fühlte mich zunehmend unwohler mit der Benutzung von OB's. Als mir dann auch noch klar wurde, dass wir allen Ernstes eine "Luxussteuer" für die Dinger bezahlen (man gönnt sich ja sonst nix, wa?), schaute ich aktiv nach Alternativen.

Menstruationstassen revolutionieren die Frauenhygiene

Vor etwa einem Jahr machte sich eine kleine Revolution breit, denn die Menstruationstasse kamen in die dm-Märkte. War sie zwar ursprünglich für Frauen in Entwicklungsländern mit schwierigen hygienischen Umständen gedacht, lernten auch Frauen in westlichen Ländern diesen kleinen Revoluzzer lieben.

Gute Gründe für eine Menstruationstasse

  1. Menstruationstassen sind Zero Waste.
  2. Sie bietet alle Vorteile eines Tampons, aber ohne potentiell Faserreste zurückzulassen. Diese sind unter anderem ein guter Nährboden für Bakterien, die das Toxische Schocksyndrom auslösen können.
  3. Sie ist sparsamer als alle anderen Hygieneprodukte, denn einmal 15 Euro ausgegeben ist man erst einmal versorgt. Laut Herstellern kann die Tasse mehrere Jahre verwendet werden. Allerdings kann sie sich nach 2 bis 3 Jahren ein wenig verfärben, weshalb manche Anwenderinnen sie dann aus ästhetischen Gründen austauschen.

Für mich einer der größten Pluspunkte: Die Krämpfe, die oft in dem Moment kommen, wenn der OB im Spiel ist, fallen viel schwächer aus. Sie sind zwar noch spürbar, aber deutlich geringer ausgeprägt. Das kann aber von Frau zu Frau anders sein.

Nachteile der Menstruationstasse

  1. Der Fairness halber sei gesagt, dass das Einsetzen der Menstruationstasse nicht ganz ohne ist und ein wenig Übung verlangt. Was ein Glück also, dass wir ohnehin einmal im Monat dran sind und somit fleißig üben können… Es gibt auch zahlreiche Webseiten wie diese hier, die die Anwendung gut erklären.
  2. Auf öffentlichen Toiletten ohne Waschbecken in der Klokabine wird es echt eine Herausforderung das Ding zu reinigen. Ganz zu schweigen vom Büro.
  3. Kommt die Menstruation überraschend, hat man meistens nicht die Menstruationstasse griffbereit dabei. OB's allerdings schon. Vielleicht ist es aber auch nur eine Frage der Umgewöhnung.

Menstruationstassen bekommt man mittlerweile schon bei DM, aber auch nachhaltige Shops wie Original Unverpackt verkaufen sie. Es lohnt sich auf jeden Fall sie einmal auszuprobieren bzw. ein paar Zyklen mit ihr zu testen. Denn nach dem ersten Mal hat man den Dreh garantiert noch nicht perfekt raus.

Kostenpunkt: 15 Euro.

Schlagwörter: Frauengesundheit, Menstruationstasse, Original Unverpackt, Zero Waste
Feminismus