Wandern in Schottland: Fort William und Glenfinnan Viaduct

Svenja - Donnerstag, 28. Dezember 2017

Im ersten Artikel zu meiner Wandertour in Schottland schrieb ich schon von meinem Zwischenstop in Fort William. Was ich dort gemacht habe und was man von dort aus erreichen kann, lest hier hier.

Fort William ist an sich nicht die spannendste Stadt, dafür aber ein praktischer Startpunkt für Tagestouren und die Weiterfahrt in die schottischen Highlands. Von Glasgow fährt man etwa 3,5 Stunden mit dem Bus in die größte Stadt in den schottischen Highlands. Von einer großen Stadt ist Fort William aber zum Glück weit entfernt. Die Busfahrt von Glasgow ist wunderschön, da man durch den Loch Lomond & The Trossachs National Park fährt. So konnte ich mich perfekt einstimmen auf die bevorstehenden Wanderungen: Flüsse, Wasserfälle, grüne und braune Berge und ein paar vereinzelte Wanderer.

Fort William: ein kurzer Überblick

Direkt am Busbahnhof von Fort William ist ein großer Supermarkt, bei dem man sich bestens eindecken kann, das man auf einer Wanderung benötigen könnte (inklusive glutenfreier Müsliregel und vielen, vielen Schokoriegeln). Einmal kurz die Straße überquert konnte ich das erste Mal Highland-Luft schnuppern und die Aussicht auf das Wasser und die Berge genießen. Wie der Name der Stadt schon verrät, gibt es hier eine kleine, alte Festung - wobei selbst "kleine Festung" ein wenig übertrieben klingt.

Ich machte mich von dort aus direkt los auf den Great Glen Way, der hier startet. Zugegebenermaßen landete ich nur zufällig auf dem Wanderweg, da mein Wanderurlaub alles andere als perfekt geplant war. Der Weg führt zunächst quer durch ein Wohngebiet, aber auch über einige Felder, direkt am Wasser und an einigen blökenden Schafen vorbei. Ich fand das als Einstieg optimal, da ich noch nicht über Stock und Stein klettern musste und ganz gemächlich meine Tour startete.

Auf zum Glenfinnan Viaduct

Der Kanal in Corpach

Nach etwa 2 Stunden kam ich in das kleine Dörfchen Corpach mit einem "Bahnhof" - vielmehr war der Bahnhof ein einzelnes Gleis mit einem erhöhten Bürgersteig and Bahnsteig. Der Bahnhof liegt direkt an einer Schleuse, an der man wunderbar dem Treiben zusehen kann. Die Idylle lässt sich bei herrlichstem Sonnenschein, mit dem ich gesegnet war, bestens genießen. Aus reiner Neugierde schaute ich in den Fahrplan und sah, dass in Kürze ein Zug Richtung Glenfinnan fahren würde - was ein Zufall! Das Glenfinnan Viaduct stand bei einem Harry Potter-Fan wie mir natürlich auf dem Plan, wenn auch nicht gleich 2 Stunden nach Ankunft in Fort William. Aber hey, wenn ich schon das Glück habe einen der wenigen Züge in der Nebensaison zu erwischen: nichts wie hin!

Glenfinnan Viaduct

Glenfinnan Viaduct

Auch wenn es ein normaler Zug und nicht der Yacobite Steam Train war, war die Fahrt über DIE Brücke magisch. Um mich herum saßen einige Großeltern mit ihren Enkeln, was die gaze Erfahrung nur noch schöner machte. Die Kinder waren außer sich vor Freude und quietschten nur so vor sich hin.

In Glenfinnan angekommen führt der Glenfinnan Viaduct Trail quer durch den Wald hinunter zum Glenfinnan Viaduct und zum Loch Shiel und wieder zurück zum Bahnhof. Es ist matschig, teilweise rutschig und die ein oder andere kleine Kletterpartie gibt es auch. Nichtsdestotrotz ist der Weg auch für Kinder gut zu meistern. Ich traf eine Familie mit 3 Kindern, von denen das Kleinste kaum älter als 5 Jahre alt gewesen sein kann. Wer also keine zwei linke Füße hat oder furchtbar tollpatschig läuft hier problemlos entlang.

Glenfinnan Trail

Glenfinnan Trail

Am großen Busparkplatz, von dem aus man das Glenfinnan Viaduct und Loch Shield sieht, gibt es einen Imbiss und einen Aussichtspunkt. Zur Hochsaison muss man sich leider darauf einstellen, dass beim Aussichtspunkt Schlangestehen angesagt ist, ebenso beim Imbiss. Es lohnt sich in der weniger populären Nebensaison anzureisen, da sich die Natur mit ein wenig Ruhe besser genießen lässt.

Loch Shiel

Loch Shiel

Loch Shiel

Direkt am Parkplatz hält der Linienbus (manchmal muss man ihn heranwinken, damit er anhält, wenn man wie ich der einzige Fahrgast ist), der zurück nach Fort William fährt. Der Preis liegt bei 3,30 Pfund, die Fahrtzeit bei einer knappen halben Stunde. Obwohl es feste Haltestellen gibt, kann man die Fahrer auch bitten an anderen Stellen anzuhalten, sofern es der Verkehr zulässt. Da mein Hotel in Fort William ein wenig außerhalb lag und eher auf Gäste abzielte, die mit dem Auto anreisen, kam mir das sehr gelegen.

An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass die schottischen Busfahrer großartig sind: an Freundlichkeit kaum zu überbieten, immer einen netten Spruch auf den Lippen und ganz nebenbei könnte ich mich auch daran gewöhnen immer "Love" genannt zu werden.

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