Immer noch müde, aber besser

Von Elina in Kolumne
Immer noch müde, aber besser
  • Vor einiger Zeit erschien ein Artikel von mir auf Edition F. Danach schrieben mir sehr, sehr viele Frauen, folgten mir auf Instagram und befreundeten mich auf Facebook. Die meisten von ihnen benutzten folgende Wörter: bewegend und berührend. Ich war zunächst verwirrt. Ich hatte meine Geschichte erzählt. Und zwar aus einem einzigen Grund:

Das Gedankengut musste weg.

Das Trauma der Fehlgeburt war eine Sache, der Stress der Großstadt eine andere. Kann passieren, und isso. Da kam viel auf einmal zusammen, und ich habe mich hingesetzt, und gesagt, egal was ist, aber schlimmer wird's nicht.

Berlin hat mich nicht beflügelt, die Stadt hat mir die Energie ausgesaugt. Passiert, wa? Aber in meinem Kopf, auch nach dem großen Umzug zurück in die Heimat, war immer noch der Sommer 2017. Er blieb da solange, bis ich ihn aufschrieb. Und auch danach musste er an die Öffentlichkeit.

Ich habe lange in den Staaten gelebt, und dort war es nie kompliziert auf die Frage zu antworten, was man denn so machen würde:

I'm a writer.

Was sagt man denn da auf Deutsch? Ich schreibe? Ich bin Autorin? Texterin? Writers are always selling somebody out, sagt Joan Didion. Und meistens sich selbst. Wie soll ich das Gefühl beschreiben, wenn dein Leben passiert und du dir denkst, das wird nicht vorbei sein, bis ich es aufgeschrieben habe. Und trotzdem muss dann immer noch jemand die Spülmaschine einräumen! Naja, eigentlich nicht, denn man hatte ja einen Wasserrohrbruch und kaum entscheidet man sich für ein neues Leben, fickt es einen auch schon wieder etwas.

Mir geht' gut, wollt ich sagen. Ich hab Svenja, die hier wirklich einen unglaublichen Job mit dem Blog macht und diesen Sommer wird das Buch fertig, dann könnt ihr euch alle freuen.

Wisst ihr noch früher, als Menschen gebloggt haben, um was zu erzählen, ohne ein Produkt zu verkaufen?