Fernwanderweg München-Venedig: Die Vorbereitung

Von Svenja in Reisen
Fernwanderweg München-Venedig: Die Vorbereitung

Manche von euch haben es schon mitbekommen, dass ich in Kürze meine erste Fernwanderung antrete: Den Traumpfad von München nach Venedig. In nicht einmal einer Woche geht es los auf dem Münchner Marienplatz. Vor mir und meiner Freundin liegen 550 Kilometer und 20.000 Höhenmeter in 29 Etappen. Außer meiner Wanderung in Schottland und Wandern im Elbsandsteingebirge habe ich noch keine großartige Wander-Erfahrung. Aber irgendwo muss man ja beginnen und eine Fernwanderung muss die Erste sein. Die Nervosität steigt aber, keine Frage.

Die halbe Miete ist, wie bei allen Herausforderungen, es einfach zu machen. Die andere Hälfte ist die Vorbereitung. Wie ich mich auf die Wanderung vorbereitet habe, sowohl körperlich, als auch bezüglich des Equipments, verrate ich euch hier.

Fernwanderweg München-Venedig: Die Vorbereitung

Sport zur Vorbereitung

Komplett unvorbereitet ist ein Fernwanderweg bestimmt auch machbar. Abhängig davon, wie fit man ist. Empfehlenswert ist das aber meiner Meinung nach eher nicht, denn die Anstrengungen und Distanzen sind nicht zu unterschätzen. Auch wenn ich immer schon gut zu Fuß war und weite Distanzen laufend zurücklege, flößen mir die vielen Höhenmeter und die teilweise langen Etappen Respekt ein. Da ich aufgrund meines leicht krummen Rückens durchaus Probleme mit den Knien und Sprunggelenken bekomme (man wird ja nicht jünger...), wollte ich vorbeugen, damit ich die Strecke ohne große Schmerzen oder bleibende Schäden überstehe.

Ab etwa 5 Monaten vor der Wanderung, im März, bin ich 1-2 Mal die Woche laufen gegangen für jeweils 5 bis 10 Kilometer. Wenn ich eine kürzere Distanz zurückgelegt habe, bin ich schneller gelaufen, als bei den längeren Distanzen. Zusätzlich gehe ich 1-2 Mal die Woche zum Boxen oder Yoga, je nachdem, wonach mir ist. Dazu habe ich zuhause Stabilisierungsübungen und leichte Kraftübungen gemacht, um sowohl um die Knie, als auch im unteren Rücken Kraft aufzubauen. Das waren zum einen Planks, als auch Squats/Jumping-Squats.

Wovon ich auch einen großen Boost in meiner Ausdauer bemerkt habe, ist der Umstieg von öffentlichen Verkehrsmitteln auf das Fahrrad. Somit fahre ich jeden Tag etwa 45 Minuten Fahrrad zur Arbeit und zurück.

  • 1-2 Mal die Woche laufen gehen
  • 1-2 Mal die Woche Boxen oder Yoga
  • Kraft- und Stabilisierungsübungen
  • von Öffis auf Fahrrad umsteigen
Fernwanderweg München-Venedig: Die Vorbereitung

Tipps vom Physiotherapeuten

Ergänzend zu meinem Sportprogramm hab ich meinem Physiotherapeuten einen Besuch abgestattet und mir Tipps geholt. Er hat mir Kinesio-Tape ans Herz gelegt und mir gleich noch gezeigt, wie ich mich am besten Tape. Hat man einen Beckenschiefstand oder einen eher schwachen Hüftbereich, neigen die Knie dazu nach innen zu knicken. Das wiederum belastet das Sprunggelenk und die Hüfte. Und wenn man an einem Tag bis zu 34 Kilometer zurücklegt, können sich sowohl Knie als auch Sprunggelenke bemerkbar machen (was sie sowieso tun werden, aber man kann trotzdem ein wenig vorbeugen).

Kinesio-Tape

Ich habe zuvor keine Erfahrung mit Kinesio-Tape gemacht und kannte die Wirkungsweise daher gar nicht. Wenn es euch so geht, wie mir, hier ein paar erklärende Worte: Das Tape hat einen ähnlichen Effekt, wie wenn jemand auf deinen Armen "Brennnessel" macht - es wird also ein Impuls über die Haut gesendet, der signalisiert, damit auszuhören. Wenn jemand deinen Arm zwiebelt, wirst du ihn schnell zurückziehen. Über die Haut bekommt der Körper also den Impuls, aus der Fehlstellung wegzugehen und dagegenzusteuern.

Ich hatte das Tape vier Tage drauf und habe wirklich einen großen Unterschied gemerkt. Die Verspannungen im Nacken ließen nach und ich hatte das Gefühl, aufrechter und "richtiger" zu gehen. Das Tape scheint also deutlich mehr als einfach nur buntes Klebeband zu sein und ich bin froh es einen Monat vor der Tour schon einmal getestet zu haben.

Magnesiumöl

Des Weiteren empfahl mir mein Physio Magnesiumöl. Während ich bisher bei Muskelkrämpfen Magnesium-Granulat eingenommen habe, hat Magnesiumöl den Vorteil, direkter zu wirken. Es wird auf die Haut aufgetragen und direkt über sie aufgenommen. So können Krämpfe schnell gelöst und verspannte Muskeln entspannt werden. Sollten wir am Ende des Tages müde, krampfige Beine bekommen (und davon gehe ich schwer aus), sprühen wir uns das Magnesiumöl auf und lockern so unsere Muskulatur. Magnesiumöl ist übrigens sehr beliebt bei Triathleten.

Einlegesohlen

Gerade auf langen Touren greifen viele zu Einlegesohlen. Gerade Gel-Einlagen können die Sohlen entlasten. Andere wiederum unterstützen das Fußgewölbe. Das klingt zunächst sinnvoll. Doch wer sonst keine Einlagen benutzt, setzt den Körper nicht nur der starken Belastung vom Wandern aus, sondern verlangt zusätzlich eine Umgewöhnung. Das kann ganz schön viel auf einmal sein. Besser ist es, laut meinem Physio, die Sohlen für alle Fälle einzupacken und nach Bedarf einzusetzen.

Richtiges Tragen vom Rucksack

Als dritten Tipp gab er mir mit, den Rucksack richtig zu tragen. Nun gibt es ja einige Möglichkeiten, den Rucksack zu tragen: Auf dem Beckenknochen oder am Beckenknochen. Während das Tragen auf dem Beckenknochen, also nahe der Taille, den Vorteil hat, dass die Schultern maximal entlastet werden, bekommt der untere Rücken mehr Last ab. Wer das vermeiden möchte, trägt den Beckengurt stramm um das Hüftgelenk. "So machst du zwar kleinere Schritte und bist ein wenig eingeschränkt, aber so entlastest du deinen unteren Rücken. Auf so einer langen Tour wirst du sehr dankbar dafür sein", sagte er mir. Es fühlt sich sehr eigenartig an, aber ich vertraue ihm.

In den kommenden Artikeln werde ich euch zeigen, was ich in mein Marschgepäck packe und natürlich den Reisebericht zur Alpenüberquerung.

Photo by Joseph Barrientos/Photo by Jonas Verstuyft

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Themen: Alpenüberquerung, München Venedig, Traumpfad, Wandern