New York: 10 Dinge, die man erlebt haben sollte

Reisen

New York, die Stadt, die jeder einmal sehen möchte. Kein Wunder, sie wird in zahlreichen Liedern besungen, ist Spielort unzähliger Filme und Serien, sodass jeder eine Vorstellung davon hat, wie es in New York sein muss. Das Schöne an einer so großen Stadt? Jeder findet die Facetten, die er/sie liebt. Indie, chic, runtergerockt, nobel, teuer, günstig - hier geht einfach alles. Neben den üblichen Touri-Stop, wie dem Empire State Building, der Freiheitsstatue, Ground Zero und so weiter, gibt es Orte, die auf den Reiseplan gehören. Hier kommen meine zehn Lieblinge.

Sleep no more

Wann auch immer einer meiner Freunde erzählt, dass es nach New York geht, ist meine erste Empfehlung “Sleep no more”. Selten hat mich etwas so geflasht, wie dieses Theaterstück. Wer jetzt denkt “schnarch, Theater” - falsch. Man schaut sich das Stück nicht gewöhnlich auf einer Bühne an, sondern steckt mittendrin. Das Stück spielt auf mehreren Etagen im McKittrick Hotel, jeder Raum und Flur ist seine eigene Bühne. Es gibt Darsteller, Stewards und die Zuschauer. Die Schauspieler tragen keine Masken, die Stewards schwarze und die Zuschauer weiße Masken. Man wird zu einem Voyeur, schaut sich einzelne Szenen an, guckt in Schubfächer, nimmt Bücher heraus, stöbert durch Laborunterlagen oder folgt einzelnen Schauspielern. Es ist irre und wahnsinnig intensiv. Man ist zwar “nur” Zuschauer, aber es kann auch passieren, dass ein Schauspieler einen plötzlich mitnimmt - und plötzlich ist man Teil des Stücks im direkten Körperkontakt mit den Darstellern. Ich hatte ein krasses Erlebnis mit einem Schauspieler, der mich, obwohl ich ja eigentlich ein unsichtbarer Voyeur war, plötzlich sag und mir seine blutverschmierte Hand entgegenstrecke und mich an die Hand nahm.

Wie das gespielte Stück heißt verrate ich nicht (man kennt es aber), aber es geht um Mord und ungewollte Schwangerschaften. Es gibt Nacktheit und Blut, verschlossene Türen, Labore, einen Friedhof und einen Wald… Mal steht man in einer großen Traube Zuschauer und schaut den Schauspielern beim Kartenspiel, beim Anziehen oder Baden zu, das Ganze im Flair der Jahrhundertwende in dunklen, holzvertäfelten Räumen und Fluren, dann rennt man wieder einem Charakter über mehrere Stockwerke hinterher, nur um herauszubekommen, was mit ihr oder ihm geschieht. Ruckzuck vergehen so zwei bis drei Stunden. Es dauert dahingegen noch Stunden, bis man wieder halbwegs klar im Kopf ist. Ich habe mir Sleep no more zwei Mal angeschaut und war jedes Mal hin und weg. Ich würde empfehlen im Vorfeld Karten zu buchen, denn spontan wird es meist schwierig.

McKittrick Hotel, 530 W 27th St, Chelsea, New York

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Dumbo

Wer an New York denkt, hat entweder die Skyline von Manhattan vor dem inneren Auge, oder aber den berühmten Blick auf Manhattan Bridge. Genau deswegen würde ich es auch jedem empfehlen, auf den Kopfsteinpflasterstraßen von Dumbo umherzuwandeln, bis der perfekte Fotomoment kommt. Macht es einfach, es lohnt sich. Auch ansonsten ist das Herumstromern in Dumbo lohnend und eine willkommene Abwechslung zum wuseligen Manhatten. So schön auf die Hochhäuserschluchten der Hauptinsel sind, so faszinierend sind die deutlich flacher gebauten Lagerhäuser in Brooklyn. Lasst euch auf die Abwechslung ein und erlebt mehr Facetten von New York, das nämlich aus mehr als nur Manhattan besteht.

New York: 10 Dinge, die man erlebt haben sollte

Bite Lip Lab

Kennt ihr das: Ihr sucht nach einem bestimmten Lippenstift, aber DIE Farbe, die EINE, die man unbedingt haben möchte gibt es nirgends? Stattdessen mischt man auf gut Glück mehrere Farben zusammen und hofft auf das Beste. Und dann liest man vom Bite Lip Lab. Hier wird zusammen mit einer Farbberaterin der perfekte Lippenstift zusammengemischt: Farbe, matt oder glänzend, Aroma - alles kann man sich aussuchen. Für gewöhnlich ist das Lip Lab auf Wochen im Voraus ausgebucht. Ich bekam aber den Tip, am Samstag 10 Minuten vor dem Öffnen des Ladens hinzugehen, damit ich mich gleich als erste auf die Warteliste setzen lassen kann. Gesagt, getan. Ich stehe allein auf weiter Flur vor dem Laden und warte, dass die ersten Mitarbeiter ankommen. Ich habe Glück und lande als Erste auf der Warteliste und schon eine Stunde später bekomme ich die Nachricht, dass ich reinkommen kann, denn ein Termin sei frei geworden. YAY!

Zusammen mit der Farbberaterin wird gemischt, was das Zeug hält. Immer wieder darf ich die Farbe ausprobieren, auch mal im Tageslicht anschauen, bis der perfekte Farbton gefunden ist. Dann wird die Menge für einen ganzen Lippenstift zusammengemischt und schon 20 Minuten später ist der personalisierte Lippenstift abholbereit.

Ich kann es nur empfehlen, die $36 pro Lippenstift sind es wirklich wert.

Bite Lip Lap, 174 Prince St, Soho, New York (Die-Sa 11-20 Uhr, So 11-17 Uhr)

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Rooftop Bars

Für mich ist kein New York Trip vollständig ohne Drinks in einer der atemberaubenden Rooftop-Bars. Dafür muss es nicht einmal eine der zahlreichen Gehypten sein, denn letztlich gibt es so viele an jeder Ecke der Stadt und manchmal finde ich es tatsächlich schöner nicht inmitten vieler Menschen zu sein und dröhnende Bässe zu hören. Entweder pilgert man nach Sleep no more hoch zum Gallow Green auf dem McKittrick Hotel, oder aber wenn es hier zu voll ist, kann man sein Glück in der Plunge Rooftop Bar & Lounge auf dem Dach des Gansevoort Hotels versuchen.

Anstatt auf Manhattan die Aussicht auf die Skyscraper zu genießen, wieso nicht mal rüber nach Williamsburg fahren und die Aussicht Richtung Manhattan genießen? The Ides ist dafür eine super Adresse. Außerdem off the Grid ist Penthouse 808 in Long Island, das mal eine ganz anderen Blick auf Manhattan eröffnet: von Osten anstatt vom Süden aus.

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Coney Island

Der Vergnügungspark im Süden von Brooklyn dürfte den meisten ein Begriff sein. Tatsächlich kommt man sogar mit der U-Bahn dorthin, aber viele wollen die Reise nicht auf sich nehmen. Dabei ist es einen Besuch allemal wert: Der Geruch von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln, das Woosh der Achterbahnen und die Aussicht auf das Meer... Gerade in den Sommermonaten kann die Flucht aus der Hitze der Stadt richtig gut tun… mal abgesehen davon, ist auch das Kribbeln im Bauch beim Achterbahnfahrten eine schöne Kindheitserinnerung. Wer also nicht nur Sightseeing in Manhattan betreiben will, sollte die Fahrt nach Coney Island unbedingt machen und die Auszeit am Meer genießen.

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Staten Island Ferry

Ein Klassiker, den es aber zu betonen gilt: Spart euch teure Bootsfahrten und entert stattdessen die Staten Island Ferry. Es ist kostenlos mit der Fähre zu fahren, also lasst unseriöse Händler, die euch Tickets verkaufen wollen, unbeachtet. Die Fahrt lohnt sich zwar zu jeder Zeit, aber in den frühen Abendstunden, wenn die Sonne langsam untergeht, ist das Licht auf die Freiheitsstatue sowas von Instagram-tauglich! Also, nichts wie rauf auf die Fähre und lasst euch den Wind um die Nase wehen! Geboardet wird am South Terminal und für einen Roundtrip sollte man etwa 1,5 Stunden einplanen.

Lunch im Freeman's

Früher oder später landet jeder New York-Besucher in Soho und der Lower East Side. So viele Shops, die breiten Straßen und die riesengroßen Schaufenster laden zum Bummeln ein. Wer sich vom ganzen Hacken-Ablaufen erholen möchte, sollte unbedingt ein Lunch-Pause im Freeman’s einlegen. Ein kleines bisschen versteckt, aber dafür garantiert frei von Touristenströmen kommt man hier wirklich zur Ruhe. Von Käseplatten, verschiedenen Salaten, Suppen, Steak und Beilagen sollte hier jeder fündig werden. Und wenn ihr schon da seid, gönnt euch auch einen Cocktail und lasst das koloniale Ambiente auf euch wirken.

Freeman Alley, New York, NY 10002 (Mo-Fr 11-23 Uhr, Sa-So 10-23 Uhr)

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Nageldesign “Paintbox Nails”

Ich weiß nicht, ob nur ich es so mache, aber wenn ich auf Reisen bin, lasse ich mir gern die Nägel machen. Zum Einen, weil es in Berlin nach wie vor nicht viele gute Nageldesigner gibt (ohne Acryl), und zum Anderen weil ich gerne "Urlaubsnägel" habe. Ich war in Soho in Paintbox Nails und war extrem happy mit dem Ergebnis. Auf der Instagramseite kann man vor dem Besuch schon Inspiration sammeln. Von vorne wirkt der Laden recht klein, aber innen gibt es richtig viele Plätze, sodass mindestens 20 Damen zeitgleich Platze finden würden. Die Chancen stehen recht gut zusammen mit der besten Freundin einen Platz zu bekommen. Termine lassen sich online buchen und die Lage ist super, um sowohl davor als auch danach noch viel zu unternehmen.

New York: 10 Dinge, die man erlebt haben sollte

High Line

Die Highline ist eine Art Park über den Straßen Manhattans und erstreckt sich auf 2,5 Kilometern. Die stillgelegte Zugstrecke fungiert seit 2009 als Park und Schlemmermeile: Es gibt Eis, Lunch zum Mitnehmen, Whoopie-Pies, Säfte, Kaffee, einfach alles, was man brauchen könnte, um das Genießen der Aussicht und das Abschalten noch besser zu machen. Mein Tipp: Geht hungrig hin und probiert alles aus! 

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Chelsea Market

Und wo wir schon beim Essen sind, muss ein Stop beim Chelsea Market unbedingt auf eure Liste. Die High Line und der Chelsea Market liegen “blöderweise” ganz nah beieinander, sodass man immer wieder an die Kapazitätsgrenze des Magens stößt. Alles möchte man probieren, denn im Chelsea Market gibt es so gut wie jeden Essenstrend und auch Trends, von denen man noch nichts wusste. Tendenziell ist es recht voll, aber man kann auch Glück haben. Unter der Woche außerhalb der Lunchzeiten ist es human, Samstage sind dahingegen brutal. Der urbane Foodmarkt wimmelt nur so vor Shops und Inspiration, man kann in Backstuben hineinschauen, sich mit außergewöhnlichen Lebensmitteln eindecken, frische japanische Nudelsuppe direkt neben Tacos bekommen und einfach das Gebäude und die Gänge des Marktes erkunden.

Also, worauf wartet ihr noch? Sachen gepackt und los geht's!

New York: 10 Dinge, die man erlebt haben sollte
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Autor: Svenja Goebel
Themen: New York, Städtetrip

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