Ooshi Period Pants - Periodenunterwäsche aus Berlin

Von Svenja in Frauenpower
Ooshi Period Pants - Periodenunterwäsche aus Berlin

Kati Ernst fängt an zu Strahlen, wenn sie von den Mails ihrer zukünftigen Kundinnen erzählt. "Wenn ich höre, was für Möglichkeiten sich für manche Frauen durch die Period Pants eröffnen, geht mir das Herz auf. Dass Frauen nicht mehr über ihre Periode nachdenken müssen oder Angst vorm Auslaufen haben und somit unbeschwerter leben - etwas Schöneres kann man sich als Gründerin doch kaum vorstellen."

Das Thema Menstruation beschäftigt mich  auch schon eine ganze Weile, wie ihr den zahlreichen Artikeln entnehmen konntet über Livia, Thinx und Menstruationstassen. Deswegen MUSSTE ich die Frauen treffen, die hinter der neuesten Innovation auf dem deutschen Markt stecken: Einer auslaufsicheren Periodenunterwäsche aus Naturmaterialien.

Ich traf Kati Ernst, eine der beiden Gründerinnen von ooshi, in der Factory Berlin, um mit ihr über das Gründen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie Female Empowerment zu sprechen.

Ooshi Period Pants - Periodenunterwäsche aus Berlin

ooshi - Ein Crowdfunding-Erfolg

Schnitzel & Schminke: Was für ein Gefühl ist es, mittlerweile statt der geplanten 10.000 ganze 40.000 Euro eingesammelt zu haben. Und die Crowdfunding-Kampagne läuft ja noch weiter!

Kati: Es ist einfach nur abgefahren. Wirklich abgefahren. Wir haben ja in Instagram Stories den Liveticker gehabt. Es ging irrsinnig schnell. In sieben Stunden war das Fundingziel erreicht, das eine von uns realistisch gesteckte Ambition für den Monat war. Wir sind davon ausgegangen, dass wir 10.000 Euro in einem Monat schaffen.

Wir haben am Vortag sogar noch überlegt, ob wir überhaupt Limits eintragen für die einzelnen Pledges. Aufgrund der Stoffmengen ist auch die Zahl der Pantys vorerst limitiert. Wir haben uns noch gefragt "Müssen wir das überhaupt machen?" und haben es schließlich nur für alle Fälle festgelegt.

Doch wir merkten am Vortag auch eine Art Welle losrollen. Wir bekamen plötzlich unglaublich viele neue Follower auf Instagram, ganz viele Leute haben uns geschrieben. Auch wenn wir alles darauf ausgelegt hatten, auf diesen einen Tag, hatten wir nicht gedacht, dass unser Plan so aufgehen würde. Plötzlich gingen alle Zahlen durch die Decke, die Notifications blinkten nonstop auf und wir fragten uns "Wo kommen die Menschen alle her?"

Und ihr konntet euch das gar nicht erklären?

Naja, doch so ein bisschen. Am Tag vor der Liveschaltung hat Kareen Dannhauer, eine tolle Hebamme aus Berlin, die meine zwei letzten Schwangerschaften mit begleitet hat, über ooshi gesprochen. Ein paar Monate zuvor hatte ich sie kontaktiert, weil ich die Meinung einer Hebamme hören wollte, ob ooshi auch für das Wochenbett geeignet ist. (Sind sie übrigens!)

Dienstags hat sie immer ihre Dienstagssprechstunde. Darin hat sie unter anderem über das Thema Wochenbett gesprochen, welche Produkte es gibt und hat auch unsere ooshi Period Panty gezeigt. Da kam die erste Welle an Followern an dem Tag her.

Außerdem hatten wir unsere Social Media Kanäle schon fertig, die Webseite war da und der Content produziert. Wir waren also gut vorbereitet. Trotzdem haben wir uns manchmal gefragt: "Ok, jetzt steht alles, es kann also losgehen. Aber wo bekommen wir die Leute her?", weil wir kein Geld für Marketing ausgegeben haben. Wir haben zusätzlich unseren Newsletter aufgebaut, in dem wir über unsere Schritte informierten. Ansonsten sind wir wirklich zu jeder Veranstaltung gegangen, von der wir dachten, dass sie inhaltlich zu uns passt. Dort haben wir von ooshi erzählt, uns ausgetauscht, und uns generell mit Menschen beschäftigt, die das interessieren könnte.

Wir lief der Tag des Livegangs der Kickstarter-Kampagne ab?

Morgens haben wir den Kickstarter-Zugang zunächst für unsere Newsletter-Abonnenten freigeschaltet. Das war sozusagen das Goodie für diejenigen, die sich schon früh für unseren Newsletter angemeldet haben, dass sie den exklusiven Zugang bekommen. Ein paar Stunden später fiel dann der Startschuss auf Instagram und Facebook. Zu dem Zeitpunkt waren wir schon bei 60 Prozent. Das heißt nur mit unseren Newsletter-Abonnenten haben wir schon 60 Prozent unseres Fundingziels erreicht.

Ab da hat es sich verselbstständigt. Unter anderem hat Edition F einen Post über uns gemacht, was toll ist, weil sich genau hier unsere Zielgruppe befindet.

Was habt ihr gerade gemacht, als feststand, dass ihr die 100% Fundingmarke geknackt habt? Habt ihr gebannt vor dem Laptop gesessen und Refresh gedrückt, oder wart ihr anderweitig beschäftigt?

Wir saßen beide bei uns zuhause in unseren Pyjamas. Die Ereignisse am Morgen haben sich überschlagen und es gab so viel gleichzeitig zu tun. Wir haben dauertelefoniert miteinander und uns gegenseitig mit der Euphorie angesteckt: "Oh mein Gott, hast du gesehen, was da passiert ist und was da gepostet wurde...?" Es war ein Strudel. So ein richtiger Adrenalinschub, der mehrere Tage anhielt. Wir konnten in der Woche kaum schlafen und erst am Samstag, also nach drei bis vier Tagen, kamen wir das erste Mal wieder etwas runter.

Es war ein Strudel. So ein richtiger Adrenalinschub, der mehrere Tage anhielt.

Und jetzt ist das vierfache Ziel sozusagen erreicht und die Kampagne noch nicht beendet...

In der Kampagne sollten wir jetzt im Slump stecken, alle Ziele sind erreicht, aber es läuft trotzdem weiter! Wir konnten jetzt schon eine zweite Lieferung Pantys sicherstellen. Das freut uns total, denn die gesamte Lieferkette ist unheimlich komplex bei unserem Produkt. Viele der Elemente für die Period Panty werden extra für uns hergestellt, das heißt, jemand wartet auf unseren Auftrag und schmeißt nur für uns die Maschine an.

Es war ein Joint Effort, dass wir so schnell nachliefern können.

Ooshi Period Pants - Periodenunterwäsche aus Berlin

Die Gründungsgeschichte

Wie habt ihr beide zueinander gefunden, was ist eure Verbindung?

Kristine und ich sind beide vor zehn Jahren nach Berlin gezogen. Wir haben eine gemeinsame Freundin, die damals auch nach Berlin gezogen ist. Sie veranstaltete einen Mädelsabend für ihre Freundinnen, damit alle Anschluss finden und neue Leute kennenlernen. Kristine und ich mochten uns am Anfang überhaupt nicht, wir waren uns richtig unsympatisch, aber das hat nicht lange angehalten. Schon ein Jahr später sind wir zusammen verreist und haben darüber gelacht, wie verrückt das eigentlich ist. Noch ein Jahr zuvor hätten wir uns nicht vorstellen können, miteinander Zeit zu verbringen.

Uns hat die Idee unserer Jobs vereint, weil wir beide recht ambitioniert sind und in unserer Arbeit sehr aufgehen. Gleichzeitig beschäftigt uns auch immer die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seit unsere Kinder da sind, ist unsere Freundschaft noch enger geworden. Unsere Männer sind befreundet, unsere Kinder spielen miteinander, unsere Familien sind also mittlerweile fest miteinander verwoben.

Wann kam die Idee für ooshi?

Vor einem Jahr begegnete mir das Produkt Periodenunterwäsche das erste mal bei einem Dinner mit ein paar Mädels. Eine erzählte davon und alle waren neugierig, wie das eigentlich funktioniert. Ich wollte mir gleich eine bestellen, hab dann aber gemerkt, dass das ganz schön umständlich ist. In den USA zu bestellen bzw. die Unterhose zu importieren fand ich relativ aufwändig.

Bei meiner Recherche habe ich aber vor allem gesehen, wie vielen Frauen mit einer Menstruationsunterhose geholfen wurde, was für eine enorme Bedeutung sie für viele Frauen hat. Und Frauen sage ich jetzt vereinfachend, die ooshi Period Panty ist natürlich für alle Menstruierenden, ob sie sich als Frau identifizieren, oder nicht. Sie berichteten, dass so vieles leichter geworden ist, dass sie an Selbstvertrauen gewonnen haben. Die Period Panty spielt daher eine tragende Rolle beim Female Empowerment. Da war mir klar, dass wir dieses Produkt auch hier brauchen und ich es bauen möchte.

Die Period Panty spielt daher eine tragende Rolle beim Female Empowerment.

Hattest du auch Kontakt mit anderen Herstellern von Period Panties?

Nein, zunächst nicht. Mir war klar, dass ich das Projekt mit Kristine angehen würde. Dafür musste ich sie nur erst überzeugen. Sie arbeitete bei Zalando unter anderem im Unterwäsche-Bereich, aber vielmehr wusste ich, dass wir eine ähnliche Arbeitseinstellung haben. Ich finde sie unheimlich schlau und intelligent und ich hatte einfach Lust, etwas mit ihr zu machen.

Dann haben wir die Konkurrenzprodukte angeguckt, mit der Überlegung eins für Deutschland zu lizensieren oder ähnliches. Dabei haben wir aber bei allen Schwachstellen identifiziert und Verbesserungspotential gesehen. So kam es, dass wir das Produkt komplett selbst produziert haben, damit es besser zu unseren, aber auch den zentraleuropäischen Ansprüchen passt. Wir wollten zum Beispiel Naturmaterialien verwenden an den Stellen, die direkten Hautkontakt haben. Die Panty sollte maschinenwaschbar sein, weil wir wissen, dass das den Frauen hier wichtiger ist, als vielleicht im Ausland. Die Passform war ein weiteres Thema.

Wann war der Punkt erreicht, an dem ihr gekündigt habt?

Wir hatten beide sichere Jobs und man muss sich genau überlegen, wann man kündigt. Gerade mit einer Familie mit Kindern. Wir kamen aber beide schnell dahinter, dass die Lösung unseres Dilemmas der Vereinbarkeit eben genau diese Gründung ist. Wenn uns die Konzerne nicht die Strukturen geben, die wir brauchen, dann müssen wir selber die Firma gründen, die uns das ermöglicht.

Wir mussten uns aber auch sicher sein, dass es sich finanziell trägt, dass wir unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Als wir das gesehen haben, waren wir schon einmal beruhigt. Tatsächlich hatten wir dann aber bei dem Thema schon so Blut geleckt, dass es keinen Weg zurück mehr gab. Ab dem Punkt, an dem das Konzept zu 90 Prozent stand, haben wir den Sprung gewagt.

Warum Crowdfunding und zum Beispiel nicht die Suche nach einem Investor?

Als uns klar war, wie lange die Produktion der ersten Fuhre dauern würde und wir einen relativ langen Gap haben zwischen der Konzeptfinalisierung und der Fertigstellung des Produkts, bot sich Crowdfunding sofort an. Crowdfunding-Unterstützer einfach wissen, dass sie für ein Produkt bei erfolgreicher Finanzierung bezahlen, das nicht sofort verfügbar ist.

Generell gefiel uns aber auch die Idee, eine Crowd einzubinden. Uns ist der Austausch unheimlich wichtig mit denen, die sich für das Produkt interessieren oder es kaufen, eben weil es neu ist. Die neuen Produkte, die wir uns für nächstes Jahr vorgenommen haben, haben wir komplett über Instagram entwickelt mit unserer Community. Die Leute konnten abstimmen und sind somit in die Entstehung miteingebunden. Wir produzieren schließlich nicht für uns, sondern für Menstruierende insgesamt. Somit ist es wichtig, so früh wie möglich mit ihnen in Kontakt zu stehen. Crowdfunding steht nicht für Anonymität, sondern eben für den direkten Austausch und Persönlichkeit.

Ooshi Period Pants - Periodenunterwäsche aus Berlin

Ooshi: So funktioniert die Period Panty

Für diejenigen, die noch nie etwas von Menstruationsunterwäsche gehört haben: Wie funktioniert ooshi überhaupt und wie ist so eine Unterhose aufgebaut? 

Insgesamt besteht die ooshi aus drei Schichten, vier, wenn man die äußerste noch hinzuzählt. Erst kommt die Merino-Schicht, dann die saugfähige Schicht aus einem sehr aufnahmefähigem Material. Das nimmt nicht nur Flüssigkeiten auf, sondern verteilt sie auch. Dann kommt die Membran, die sicherstellt, dass nichts ausläuft. Sie ist elastisch, atmungsaktiv und knistert nicht. Zum Schluss kommt die Außenschicht aus Baumwolle.

Die körpernahste Schicht ist deswegen aus Merinowolle, weil sie Feuchtigkeit direkt ableitet und man somit immer ein trockenes Gefühl hat. Deswegen wird Merinowolle auch gern bei Sportbekleidung verwendet. Zudem ist Merino antibakteriell, beugt Gerüchen vor und ein Naturmaterial. Bei der innersten Schicht kommt noch eine weitere antibakterielle Beschichtung hinzu. So gehen wir sicher, dass garantiert keine Gerüche entstehen.

Das heißt vor der Produktion habt ihr euch Samples der potentiellen Materialien zuschicken lassen?

Ja, genau. Unser erster Schritt war die Konzeptentwicklung, in der wir uns gefragt haben, wie unsere Panty funktionieren soll. Hier hat uns unsere Berufserfahrung sehr geholfen, ebenso unser Netzwerk. Wir haben uns mit wahnsinnig vielen Leuten getroffen und telefoniert. Kristina hat Textilwirtschaft studiert, sodass wir mit ihren Professoren sprechen konnten. Außerdem mit Gynäkologen, Chemikern und Ingenieuren, um die Frage nach dem "Wie" zu beantworten. Als das Konzept stand und wir wussten, wieviele und was für Lagen wir haben wollen, sind wir in Kontakt getreten mit unterschiedlichen Produzenten, um unterschiedliche Elemente zu beauftragen.

Wir saßen in Bergen von Materialien und haben sozusagen unser kleines Labor gebaut. Wir haben KPIs entwickelt für die Saugfähigkeit, für Trockenheit und so weiter. Wir haben unterschiedliche Kombinationen getestet und ausprobiert, bis wir unsere Traumkombi beisammen hatten. Damit und mit einer Vorstellung, wie ooshi aussehen sollte, sind wir zu einem Produktentwicklungsbüro gegangen, das dann das Produkt kreiierte.

Wahnsinn, in der Zeit habt ihr also eine Menge dazugelernt.

Ja, wobei man auch sagen muss, dass Kristine und ich den passenden Hintergrund für diese Gründung mitgebracht haben. Ich habe lange Modeunternehmen und Forschungsabteilungen von Konzernen beraten und kannte somit die Wege der Produktentwicklung, Kristine wiederum brachte den Mode- und Unterwäsche-Background mit. ooshi ist zwar eigentlich ein Hygieneprodukt, aber muss trotzdem einem modischen Anspruch gerecht werden.

Ooshi Period Pants - Periodenunterwäsche aus Berlin

3 gute Gründe für die ooshi Period Panty

Warum sollte man sich eine ooshi kaufen?

Weil ooshi nachhaltig, komfortabel und auslaufsicher ist. Tatsächlich ist ooshi bzw. Period Pants das nachhaltigste Periodenprodukt, das es gibt. ooshi ersetzt nicht nur die anderen Hygieneprodukte, sondern auch noch die Unterhosen. Das ist ein riesigen Beitrag zur Müllvermeidung.

Viele Menstruierende sind unzufrieden mit den bestehenden Produkten, weil Müllberge entstehen und sie invasiv sind. Deswegen scheiden bestimmte Produkte aus zahlreichen Gründen aus. Sei es, dass sie aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen nicht verwendet werden, oder das Vertrauen in das Produkt fehlt. Damit sind wir schon beim dritten Punkt. Binden und Tampons bieten nicht immer den perfekten Schutz und können auslaufen, sodass die Periode immer im Hinterkopf bleibt. Die Sorge vor Flecken zum Beispiel.

ooshi ist das nachhaltigste Periodenprodukt auf dem Markt.

Ich bin ja bekennender Fan von Period Panties und habe mich neulich dabei ertappt, dass ich trotz meiner Menstruation eine weiße Hose anhatte. Das hätte ich früher nie getan.

Total cool. Und es gibt ja auch Berufe, in denen man weiß tragen muss, gerade im medizinischen Bereich.

Bei bestimmten Sportarten wird ja auch weiß getragen, bei Karate oder Capoeira...

Ja, genau. Manchmal kann es schwierig sein, im beruflichen Alltag oder beim Sport zum Beispiel Tampons zu wechseln. Mit einer ooshi muss man sich keine Sorgen machen, dass man Flecken bekommt. Es ist zwar nicht schlimm, an seine Periode zu denken und sie zu spüren, man soll aber keine Sorgen damit verbinden und sich eingeschränkt fühlen. Es ist wichtig in sich hineinzuhören und seinen Alltag zu verstehen, um so das passende Produkt für sich selbst zu finden. Die ooshi kann einerseits alle Produkte ersetzen, aber eben auch ein Back-Up sein.

Ooshi Period Pants - Periodenunterwäsche aus Berlin

Erfolgserlebnisse und Lernmomente

Was war denn euer größtes Erfolgserlebnis und was euer größter Lernmoment?

Es gibt so viele Highlights. Angefangen beim ersten Prototypen, den das erste Mal zu tragen. Was mich aber am meisten berührt, ist wenn Leute uns schreiben und ein bisschen beschreiben, welche Hoffnung sie in dieses Produkt stecken, für sich oder ihre Töchter. Das ist der Grund, warum wir ooshi herstellen: Zu wissen, dass unser Produkt etwas verändert.

Eine Mutter erzählte zum Beispiel, dass sie dank ooshi einen Anknüpfpunkt mit ihrer Tochter hat, also überhaupt über das Thema zu sprechen und einen Startpunkt für eine Diskussion zu haben. Wie genial ist das? Das sind die schönsten Momente, da geht mir echt das Herz auf.

Unser größter Stirnrunzelmoment... Vermutlich eine Woche vor der Kampagne: Wir hatten 300 Follower auf Instagram, 200 auf Facebook. Und ich hab mir gedacht: "Oh Mann, wir haben so viel coolen Content, wie kriegen wir es hin, dass Leute das sehen?" Ich war etwas bedröppelt, weil es meine Baustelle war.

Am Ende ist alles gut gegangen, aber in dem Moment habe ich mich gefragt, ob wir mehr Geld für Marketing hätten ausgeben sollen. Der Austausch mit anderen hat nicht unbedingt geholfen, da viele Kickstarter-Erfahrene gesagt haben, dass wir fünfstellige Beträge für Marketing ausgeben müssten. Wir haben aber mehr auf unseren hochwertigen Content gebaut. Wir wollten es anders machen und zum Glück ist die Rechnung aufgegangen.

Wir hatten eben von Müttern und ihren Töchtern gesprochen: Ihr bietet die ooshi in 8 Größen an, von 32 bis 54. Was aber, wenn aber gerade besonders junge Mädchen eure ooshi nicht passen sollte?

Wir stehen zum Glück immer im Austausch mit unserer Community. Sollten wir also das Feedback bekommen, dass die Unterhose zu groß sein sollte bzw. eine Größe fehlt, wären wir die Letzten, die nicht am Produkt arbeiten würden und eine kleinere Größe anbieten würden. Bisher haben wir dahingehend aber noch nichts gehört.

Man muss sich auch einmal überlegen: junge Mädchen bekommen zwischen 9 und 16 Jahren ihre Menarche. Das ist eine Zeitspanne von 7 Jahren, in der Mädchen jederzeit damit rechnen müssen, ihre erste Menstruation zu bekommen. Man kann nicht wissen, wann es passiert, in welcher Situation. Hab ich dann alles dabei, bekommt meine Kleidung Flecken? Diese Angst schwingt unterbewusst immer mit und das in einer Phase bei Mädchen, die ohnehin nicht konfliktfrei abläuft. Stattdessen können Mädels einfach jeden Tag eine Unterhose von ooshi tragen und können so die Sorgen vergessen.

Mit ooshi ist man safe.

Ooshi Period Pants - Periodenunterwäsche aus Berlin

ooshi - Die nächsten Schritte

Was passiert, wenn in die Kickstarter-Kampagne abläuft?

Als erstes planen wir die Umsetzung der Auslieferung. Wir haben bisher keine Daten von den Leuten, die uns unterstützen. Diese bekommen wir erst nach Abschluss der Kampagne. Dann können wir mit den Leuten in Kontakt treten und können zum Beispiel Größen abfragen, um die Produktion anzuschmeißen. Die Stoffe konnten schon mit Erreichen des Fundingziels produziert werden. Sobald wir alle Größen haben, geben wir sie an die Fabrik in Portugal weiter, in der die Panties genäht werden. Diesen Prozess begleiten wir natürlich ganz eng und jemand wird auch zur Fabrik fliegen, um sich alles anzuschauen.

Parallel dazu stellen wir unseren Shop live, damit die Panties weiterhin bestellt werden können. Wenn auch nicht mehr mit den Kickstarter-Rabatten.

Zukunftsmusik: Was kommt als nächstes?

Die zweite Lieferung ist zum Glück schon angeschmissen. Unser Ziel für das kommende Jahr ist, dass alle Menstruierenden von ooshi wissen. Damit werden wir gut zu tun haben. Ein Viertel der Bevölkerung menstruiert weltweit, das sind echt viele Menschen. Die möchten wir erreichen, um ihnen zu zeigen, was es für eine Innovation auf dem Markt gibt.

Nächstes Jahr im Frühjahr bringen wir außerdem eine neue Farbe heraus, nämlich beige. Dazu kommt unsere dritte Form, die Highwaist, die das Sortiment um Slip und Hipster ergänzt.

Auf absehbare Zeit werden wir nur selber vertreiben über unseren Online-Shop. Vielleicht kommt auch mal ein Pop-Up-Shop dazu, wenn wir die passende Fläche finden. Aber zunächst fokussieren wir uns darauf, alles selbst zu machen, um im Austausch zu bleiben und unsere Innovation erklären zu können. Wir wollen, dass wenn Fragen auftauchen sie kompetent beantwortet werden.

Wenn das Thema in der breiteren Bevölkerung angekommen ist, können wir auch über andere Vertriebswege nachdenken.

Auf lange Sicht werdet ihr auch nicht zu zweit bleiben, oder?

Nein, wir sind schon auf der Suche nach Verstärkung, vor allem im Marketing, aber auch im Controlling und Supply-Chain-Bereich. Aber davor bräuchten wir erst einmal ein eigenes Büro. Bisher sind wir ja noch im Co-Working. Das wäre der Plan ab Januar.

Vielen Dank für das spannende Gespräch, das direkt Lust auf das Gründen gemacht hat. 

Ich habe auch zwei ooshis bestellt und werde über meine Erfahrungen schreiben, sobald ich sie in den Händen halte. Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis Freitag, den 12. Oktober. Sichert euch noch schnell eure Period Panty!

how ooshi magic membrane system works from Kati Ernst on Vimeo.

Bilder: PR

Themen: Frauengesundheit, Menstruation, Periode, Thinx