Dass Fast Fashion schlecht ist, hat sich langsam herumgesprochen. Warum sonst sollten selbst große Modehäuser, die der Inbegriff von Fast Fashion sind, plötzlich mit Nachhaltigkeit werben (auch wenn sie diese überhaupt nicht betreiben...)? Eben, weil es funktioniert. Das schlechte Gewissen der Konsumenten soll beruhigt werden, indem man ihnen vorgaukelt, mit dem Kauf einer nachhaltigen Jeans eines Fast-Fashion-Riesen etwas Gutes zu tun.

Aber was genau macht Fast Fashion eigentlich so schlimm?

Fast Fashion zeichnet sich durch mehrere Charakteristika aus:

  • schnelllebige Modetrends (6 bis 8 im Jahr)
  • Kleidung als einen Wegwerfartikel zu sehen aufgrund niedriger Preise und geringer Qualität
  • unfaire Arbeitsbedingungen und Löhne der Textilarbeiter
  • hohe Umweltverschmutzung aufgrund der kurzen Lebensdauer eines Kleidungsstücks samt der Produktionsbedingungen und dem Einsatz von Chemikalien
  • und hoher Wasserverbrauch

Gerade der Punkt "Wasserverbrauch" ist vielen gar nicht bewusst. Wir wissen zwar, dass Avocados eine Umweltsünde sind, weil für den Anbau von 2,5 Avocados im Schnitt 1.000 Liter Wasser verbraucht werden. Dass aber für die Produktion eines Pullovers bis zu 8.000 Liter verbraucht werden, ist nur wenigen bekannt.

Wusstest du, dass Baumwolle der am häufigsten genutzt Textilrohstoff ist, der gleichzeitig am meisten Pestizide und Wasser benötigt?

Blue Ben: Biologisch abbaubare Pullis aus Holz
Pressebild Blue Ben

Hier setzt das Berliner Startup Blue Ben an. Das Label hat sich auf die Fahne geschrieben den "weltweit ersten fair produzierten, biologisch abbaubaren Unisex-Sweater aus 100% Holz" zu entwickelt. Damit wollen sie zahlreiche Probleme der Fast-Fashion-Industrie auf einen Schlag lösen, indem sie

  • Kleidung ohne Baumwolle zu produzieren (stattdessen aus Modal, das aus Birkenholz hergestellt wird. Selbst die verwendeten Fäden für die Nähte sind aus biologisch abbaubarem Lyocell)
  • somit Wasser zu sparen
  • 10% der Einnahmen zu spenden an Länder, die von Wassermangel betroffen sind durch die Auswirkungen der Textilindustrie (in der ersten Kollektion gehen die Spenden nach Bangladesh)
  • die gesamte Produktion in Europa durchzuführen
  • biologisch abbaubare Produkte zu entwickeln

Mal abgesehen davon, dass für die Produktion eines Pullis nur 247 Liter Wasser verbraucht werden (Einsparung von 94 Prozent gegenüber herkömmlicher Kleidungsproduktion), sind die Pullis aus Modal kuschelweich und sehen ganz nebenbei auch großartig aus.

Noch bis zum 5. Dezember kannst du dieses fantastische Projekt auf Kickstarter unterstützen.