Wohnt man in Berlin, ist eines sicher: Man wird von der gesamten Verwandtschaft, alten Schulfreunden und Studienkollegen oder Zufallsbekanntschaften früher oder später nach Tipps zu Berlin befragt - vorausgesetzt, man ist nicht in Berlin aufgewachsen. Aber nicht nur Tipps á la „Was kann man in Berlin unternehmen“, sondern vor allem „Hast du nicht eine Hotel-Empfehlung für mich?" Als Bewohner der Stadt mit eigener Wohnung gehört das nicht zwangsläufig zum Fachwissen. Da ich aber ab und zu gern Tourist in "meiner" Stadt spiele, hat sich in den vergangene Jahren eine schöne Liste angesammelt.

Diese habe ich selbst besucht und kann sie besten Gewissens empfehlen. Übrigens auch generell ein Tipp: Übernachtet einmal in einem Hotel in der eigenen Stadt, weil man das Angebot der Heimat plötzlich ganz anders wahrnimmt und tatsächlich etwas Abstand zu allem gewinnt. Gerade, wenn mein Unmut auf Berlin und mein Fernweh wieder ganz schlimm werden, wirkt eine Hotelnacht oft Wunder.

Linnen

Als alter Skandinavien-Fan komme ich im Linnen voll auf meine Kosten: minimalistisches Design, trotzdem gemütlich und das Ganze in bester Lage - im Prenzlauer Berg nur 2 Minuten entfernt vom Mauerpark. Gerade Wochenend-Gäste, die das erste Mal in Berlin sind, treffen hier den Jackpot. Die U2-Haltestelle Eberswalder Straße ist direkt vor der Hoteltür, der Mauerpark um die Ecke, der Alex in Sichtweite. Was könnte man mehr wollen? Ein gutes Café mit allem Schnick und Schnack. Auch das bietet das Linnen.

Linnen, Eberswalder Str. 35, 10437 Berlin (Prenzlauer Berg)

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Das Oderberger Hotel

Das Oderberger ist ein altes Schwimmbad aus dem Jahr 1898, das lange Jahre geschlossen war. Hat es ein paar Jahr als Event-Location gedient, ist nach intensiven Restaurierungsarbeiten 2016 sogar das Schwimmbad wieder eröffnet worden. Das heißt, dass nach einer 30-jährigen Pause wirklich wieder der Schwimmbadbetrieb aufgenommen wurde. Die Zimmer wurden stilvoll eingerichtet und man spürt immer noch das Flair des 19. Jahrhunderts. Das Restaurant ist darüber hinaus überaus empfehlenswert und im Sommer lädt die Bar mit Außenbereich zum Verweilen ein.

Das Oderberger, Oderberger Str. 57, 10435 Berlin (Prenzlauer Berg)

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Das Stue Hotel

Im Stue habe ich das erste Mal in Berlin Tourist gespielt. Gelegen im Tiergarten Nähe vieler Botschaften ist es vor allem der Eingangsbereich, der fasziniert. Eine hypnotische Lampeninstallation, die in Wellen hängt, eröffnet den Blick auf die monumental hohe Decke und die dahinter liegende Design-Bar.

Die Zimmer sind geräumig und mit allem ausgestattet, was das Fake-Touri-Herz begehrt.

Man taucht schon im Eingangsbereich in eine Welt der Schönen und Reichen ein, alles ist edel und mutet an, als wäre es aus einer anderen Zeit. Dem Vibe folgt auch die Bar mit Blick in den Zoo/Tiergarten. Die Küche ist gehoben und das Frühstück atemberaubend.

Das Stue, Drakestr. 1, 10787 Berlin (Charlottenburg)

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Hüttenpalast

Keinen Bock auf Camping, aber die Idee in  einem Wohnwagen zu übernachten hat etwas Romantisches für dich? Dann ist der Hüttenpalast genau das Richtige für dich. Wohnwagen, die Indoor aufgestellt sind mitten in Neukölln und direkt angeschlossen richtige Bäder. Allein schon die Halle zu betreten und das erste mal die liebevoll gestalteten Camper um sehen lässt einen quietschende Geräusche von sich geben.

Wer aber so gar nicht auf die Idee klarkommt, aber trotzdem in den Genuss des malerischen Innenhofs kommen möchte, für den bietet der Hüttenpalast auch richtige Zimmer an.

Hüttenpalast, Hobrechtstr. 66, 12047 Berlin (Neukölln)

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Das Circus Hotel

Im Herzen von Hipster-Central befindet sich das Circus Hotel, zu dem auch das Circus Hostel gegenüber gehört. Auch wenn die Zimmer recht klein sind, ist alles da, was man braucht. Wenn man sich mit den Freunden also mal wieder nicht einigen kann, ob man Budgeturlaub macht oder es "krachen" lässt, kommen im Circus alle auf ihre Kosten.

Das Restaurant im Erdgeschoss, Commonground, ist jedes Wochenende brechend voll, denn das Frühstück/Brunch/Lunch kann was. Mitten im Boho-Stil zwischen Pflanzen und Rattanmöbeln schmeckt das Essen und der hervorragende Kaffee einfach noch besser.

Circus Hotel, Rosenthaler Str. 1, 10119 Berlin (Mitte)

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Das Ostel

Welche Frage wird jedem Berliner von seinen Gästen früher oder später gestellt? „Sooooo, is this the east or the west of Berlin?” Selbst mehr als ein viertel Jahrhundert nach dem Mauerfall ist die Faszination der einstigen Trennung der Stadt ungebrochen. Selbst um das Jahr 2000 erlebte ich eine wahre Ostalgiewelle, als die Musik, Filme und Kleidung der früheren DDR jede*n, die/der etwas auf sich hielt packte. „Schöne“ Orange- und Brauntöne im Interieur und In der Kleidung schmückten fortan alle. Auch wenn die Welle wieder abgeebbt ist, ist die Faszination des Ostens ungebrochen. Entsprechend großer Beliebtheit erfreut sich daher das nostalgische Ostel. Ganz im DDR-„Charme“ eingerichtet, inklusive Fliesentisch, Couch mit Wollbezügen und Betten in zauberhafter Furnieroptik. Selbstverständlich und ganz stilecht ist das Ostel ein Plattenbau am Ostbahnhof.

Ostel, Wriezener Karree 5, 10243 Berlin (Friedrichshain)

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Max Brown Hotel

Auf das Max Brown Hotel bin ich aufmerksam geworden durch das Restaurant Benedict im Erdgeschoss. Darauf wiederum kam ich durch Instagram. Zum Glück hat sich das Brunch hier nicht als Fake-Bubble enttarnt, sondern ist allen Erwartungen gerecht geworden: Eggs Benedict, Buttermilk-Pancakes in Mini und in normaler Größe, frisch gebackene Brötchen und Mimosas zum Niederknien! Ein bisschen Tropengefühl kommt nicht nur durch die Ventilatoren und unzähligen Pflanzen auf, sondern vor allem dank der dunklen Holzmöbel, tiefgrünen Samt und der Tapete mit Bananen- und Palmblätter.

Ebenso sind auch die geräumigen Zimmer eingerichtet. Gemütliche Opulenz mit Wohlfühlfaktor, so hab ich abseits des Skandi-Chic auch mal gern.

Max Brown Hotel, Uhlandstraße 49, 10719 Berlin (Charlottenburg)

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Photo by Markus Spiske on Unsplash