Thinx, Ooshi oder doch Kora Mikino. Mittlerweile tut sich eine ganze Menge auf dem Markt der Menstruationsprodukte. Gab es vor wenigen Jahren nur Thinx als Vorreiter auf den Periodpants-Markt, starten auch deutsche Unternehmen durch. Mittlerweile tummeln sich zwar einige weitere Marken im Netz, mit denen ich allerdings noch keine Erfahrungen gesammelt habe. Deswegen fokussiere ich mich auf die Marken, die ich getragen und somit getestet habe.

In meinem Freundeskreis bin ich diejenige, die jedes Menstruationsprodukt testet und ausschweifend darüber berichtet, ob die anderen wollen, oder nicht. Deswegen erreichen mich nicht selten direkte Fragen wie "Ist die Thinx auch etwas für jemanden wie mich mit einer starken Menstruation?", "Fühlen sich Menstruationspants nicht wie eine Windel an?" und "Sind die Menstruationspants wirklich sicher?" oder "Welche ist denn nun die Beste?" Und wie so oft kann ich die Fragen nur so beantworten: "Es kommt drauf an."

Deswegen war es nun auch dringend an der Zeit, meine Erfahrungen mit Thinx, Ooshi und Kora Mikino detailliert zu teilen und alle drei miteinander zu vergleichen.

Preis

Preislich unterscheiden sich die Period Pants nicht großartig. Der größte Unterschied liegt im Versand, da die Thinx aus den USA verschickt werden und gegebenenfalls im Zoll hängen bleiben können. Sowohl Thinx als auch Ooshi bieten Mengenrabatte oder gratis Versand an, sobald ein bestimmter Bestellwert überschritten ist.

Thinx

30-35 € zzgl. 8,25 € Versand

Ooshi

37,95 € zzgl. 5 € Versand

Kora Mikino

33 € zzgl. 5€ Versand

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Produktionsort

Gerade in Zeiten, in denen wir mehr an Nachhaltigkeit denken, ist auch der Produktionsort von Kleidung und Produkten nicht zu vernachlässigen. Je lokaler, desto besser.

Thinx

Thinx schreibt, dass sie unter nachhaltigen und fairen Bedingungen in Sri Lanka fertigen lassen.

Ooshi

Ooshi lässt seine Pants in Portugal produzieren.

Kora Mikino

Die Kora Mikinos werden in Süddeutschland gefertigt, tatsächlich im gleichen Werk wie das nachhaltige Bio-Label erlich Textil.

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Pflege

Nach der Benutzung ist vor der Benutzung. Als Thinx als erste Menstruationspants auf den Markt kam, war ich begeistert. Was mich allerdings nicht vor Freude springen ließ, war die Waschanleitung: nur kalte Handwäsche. Ich habe zwar ein paar Kleidungsstücke, die nur in die Handwäsche dürfen, aber irgendwie störte es mich bei einer Menstruationsunterhose, dass sie nicht in die Waschmaschine sollte. Ich tat es natürlich trotzdem. Und bisher haben sie gehalten, auch wenn bei den ersten von vor 3 Jahren die antibakterielle Beschichtung ihren Geist aufgibt, bedeutet: gerade an warmen Tagen und nach längerer Tragedauer kann es anfangen zu riechen.

Thinx

Früher hieß es mal "ausschließlich kalte Handwäsche", mittlerweile schreiben sie, dass auch die Waschmaschine ok ist. Entweder haben sie die Pants überarbeitet, sodass das Waschen in der Waschmaschine mittlerweile ok ist, oder es klingt halt einfach besser auf der Webseite..

Ooshi

Die Ooshis dürfen bis 40 Grad in die Waschmaschine wandern.

Kora Mikino

Wie auch bei den Ooshis darf die Kora Mikino bei 40 Grad in die Waschmaschinen.

Material

Seit Thinx auf den Markt kamen, hat sich viel verändert. War die Diskussion um Materialien vor 5 Jahren noch nicht besonders groß, hat man sich bei den Thinx mit reinem Synthetik begnügt. Schon nach kurzer Zeit wurde der Ruf nach einer Menstruationspants aus Baumwolle laut, dem Thinx auch recht zügig folgte. Ganz ohne Synthetik ging es aber dennoch nicht, noch dazu verwendet Thinx Nanosilber.

Thinx

Die Thinx kommen in verschiedenen Ausführungen. Es gibt sie als Synthetik- und Baumwoll-Pants. Sie bestehen aus vier Lagen: eine atmungsaktive Baumwollschicht, eine gerungsbindende Schicht mit Nanosilber, eine saugstarke Schicht und einer flüssigkeitsundurchlässigen Schicht.

Ooshi

Die Ooshi besteht aus drei Lagen. Die körpernächste Schicht ist Merino und fühlt sich sehr weich an. Die mittlere, saugfähige Schicht ist nicht weiter spezifiziert und enthält Silber, aber kein Nanosilber. Die äußerste Schicht besteht aus einer flüssigkeitsundurchlässigen Membran, die aber trotzdem atmungsaktiv ist. Gerade im Sommer ist das Gold wert.

Kora Mikino

Die Pants bestehen aus zwei Schichten, die bis zu 30ml Flüssigkeit aufnehmen können. Zur Referenz: Ein Tampon nimmt etwa 10ml auf. Die hautnächste Schicht besteht aus MicroModal, das es ermöglicht, die Menstruationsflüssigkeit direkt in die darunter liegende, stark saugfähige Lage weiterzuleiten.

MicroModal wird aus Buchenbäumen gewonnen wird. Die Buchen sind aus nachhaltiger und zertifizierter Waldwirtschaft aus Mitteleuropa. MicroModal hat die Kora Mikino ihre seidig-weiche Oberfläche zu verdanken. Es ist atmungsaktiv und transportiert Feuchtigkeit gut nach außen und saugt sich nicht voll.

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Saugkraft

Das ist die wohl wichtigste Frage beim Vergleich der Periodpants: Wie viel können sie aufnehmen und können sie Tampons und Binden ersetzen? Leider muss ich genau hier schreiben: Es kommt drauf an. Wer eine sehr starke menstruation hat, sollte die Periodpants vorerst als Backup benutzen oder zumindest am stärksten Tag öfter checken, ob die Pants ihren Job macht. Da ich keine all zu starke Periode habe, kann ich mit Thinx, Ooshi und Kora Mikino alle anderen Produkte ersetzen.

Thinx

Je nach Modell nehmen Thinx zwischen 1,5 und 2 Tampons auf.

Ooshi

Ooshis versprechen bis zu 3 Tampons Menstruationsblut aufzunehmen.

Kora Mikino

Gleich auf mit Ooshi nehmen Kora Mikinos bis zu 3 Tampons auf.

Tragekomfort

Neben der Saugkraft ist der Tragekomfort enorm wichtig, denn an den Tagen fühlen sich viele von uns eh nicht besonders Wohl in der eigenen Haut. Wenn dann noch etwas verrutscht, zwickt oder einfach nicht richtig sitzt, ist das Desaster vorprogrammiert.

Thinx

Ich liebe die Thinx. Sie tragen sich ein bisschen wie eine gut sitzende Bikini-Hose, vor allem die aus Synthetik. Nachgelegt hat Thinx mit Baumwoll-Pantys, die aber ebenso durch eine perfekte Passform bestechen und neuerdings gibt es ein besonders luftdurchlässiges Modell. Das habe ich allerdings noch nicht getestet. Die Synthetik- und Baumwoll-Pants haben mich allesamt überzeugt, aber an besonders heißen Sommertagen habe ich lieber das Baumwoll-Modell getragen. Denn machen wir uns nichts vor: 4-lagige Unterwäsche macht bei Wärme durchaus einen Unterschied. Aber alles im Rahmen des Erträglichen.

Ooshi

Die Ooshis haben mich nun 3 Zyklen begleitet. Sie sitzen bequem und sind luftdurchlässig, allerdings empfinde ich sie im direkten Vergleich mit Thinx als recht voluminös. Bei der Bestellung habe ich mich extra ausgemessen, aber die Schnitte fallen so groß aus, dass ich mindestens eine Nummer kleiner hätte nehmen sollen. So trage ich sie nun vor allem an Chiller-Tagen zuhause oder zur Nacht. Unter enge Jeans würde ich sie nicht unbedingt komfortabel tragen können. Gleichzeitig muss ich aber auch erwähnen, dass sich gerade Frauen mit einer starken Menstruation besonders sicher fühlen dürften, da die saugfähige und feuchtigkeitsundurchlässige Schicht bis hoch zum Bündchen gehen. So sollte es auch im Liegen zu keinem Malheur kommen.

Kora Mikino

Die Kora Mikinos haben sich tatsächlich zu meinem Favoriten gemausert. Zwei Zyklen hatte ich sie nun im Einsatz. Die Passform passt wirklich perfekt zu mir und sie sind aus dem mit Abstand weichsten Obermaterial: MicroModal von der extraweichen Sorte. Die einzelnen Lagen sind nicht nicht so dick, fairerweise sei aber gesagt, dass eine der Schichten ein wenig knistert. Aber keine Sorge, nicht so, als hätte man eine Tüte zwischen den Beinen und definitiv nicht hörbar für Außenstehende.

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Modelle und Farben

Thinx

Die größte Produktpalette bietet Thinx: Es gibt zahlreiche Schnitte, auch Strings, sowie 4 verschiedene Farben: Schwarz, beige, knallblau und und puder. Dazu gesellen sich mehrere Materialien: Synthetik, Baumwolle und extra luftdurchlässig.

Ooshi

Derzeit gibt es drei Modelle in schwarz und und beige. Aber Ooshi hat schon weitere Modelle angekündigt.

Kora Mikino

Bisher gibt es 2 Modelle, ausschließlich in schwarz. Das Unternehmen ist aber auch noch ganz frisch, weitere werden mit Sicherheit folgen.

Fazit

Alle drei von mir getesteten Modelle machen ihren Job und haben mein Leben erleichtert. Für diejenigen, die in Deutschland wohnen, ist es in Hinblick auf die Nachhaltigkeit die bessere Wahl, bei Ooshi oder Kora Mikino zuzuschlagen, da sie in Europa und in Kora Mikinos Fall in Deutschland produzieren. Damit sind die Lieferwege deutlich kürzer als bei Thinx, wo die Produktionsstätte in Sri Lanka liegt und aus den USA verschickt wird.

Stichwort Nachhaltigkeit: Einhorn hat eine sehr schöne Übersicht zusammengestellt über den ökologischen Fußabdruck von Menstruationsprodukten. Im Vergleich stehen gewöhnliche Tampons, Binden, Bio-Tampons und Binden, Menstruationstassen und Menstruationsunterhosen. Der klare Sieger: Menstruationspants (dicht gefolgt von Menstruationstassen).

Der am häufigsten genannte Kritikpunkt von Periodpants ist der Preis. Ja, die Anschaffung ist nicht günstig, allerdings kann man schon mit 2-3 Periodpants durch den Zyklus kommen, vorausgesetzt man mag Handwäsche zwischendurch. Rechnen wir mal mit 2 Pants und gehen von regulären OBs im 56er-Pack aus aus bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 190 Tampons im Jahr, würden sich die Kosten für 2 Pants nach etwa 4 Jahren ausgleichen. Keine Frage, Tampons sind günstiger, auch Menstruationstassen. Es bleibt also eine Abwägung, was für einen am komfortabelsten ist. Für mich sind Periodpants der ultimative Gamechanger und ich nutze kein anderes Produkt mehr.

Bleibt noch die Frage: Welche Marke soll ich kaufen? Preislich nehmen sich alle nicht viel. Nachhaltiger als andere Menstruationsprodukte sind sie auch alle, auch wenn man den lokalen/regionalen Produkten den Vorrang geben sollte. Sie haben alle mehr oder minder die gleiche Saugkraft. Bleibt also als ausschlaggebendes Kriterium der Tragekomfort. Für meine Figur passt die Kora Mikino am besten, aber wie ihr merkt ist es eine sehr persönliche Präferenz. Es gilt also: ausprobieren! Denn auch in puncto Sicherheit gilt: Ihr kennt euren Körper und eure Menstruation am besten. Tastet euch am Anfang ran und habt vorsichtshalber ein Backup dabei, bis ihr euch sicher mit dem quasi Free-Bleeding fühlt.

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